Fallen like the Rain

Tristan Rühl


In dieser Kategorie finden sie Philosophische, Sozialpädagogische und/oder Gesellschaftskritische Texte die entweder aus meiner Feder, oder der eines anonymen oder benannten Autoren stammen.

 

Tod durch Heilung

by Tristan Rühl

 

Wir gingen mit dem Leben Kompromisse ein als wir hofften und wünschten. Aus Hoffnung wurde Erwartung, aus Erwartung Ungeduld, aus Ungeduld Akzeptanz. Aus unseren Wünschen wurde Verlangen, aus Verlangen Habgier, aus Habgier Unglück, aus Unglück Tod. Wir standen alle am Anfang dieser Dinge vor der Wahl doch wir trafen die Falsche, weil diese ganze Scheiße nur eine Illusion war. Wir hatten nie eine Wahl, wir hatten nie eine Chance.....

Wir sahen oft auf, zu Dingen die wir genauso fürchteten wie wollten. Wir sahen auf und wünschten, doch nichts kam zurück. Wir trafen die Wahl die uns blieb und hielten an dem fest was wir hatten : an Wunsch und Traum. Doch ein Traum ist nur so lange schön wie er dauert und ein Wunsch ist nur so lange existent wie das gewünschte Gut existiert. Wir wünschen uns alle das Leben, die Liebe, das Glück. Doch nie tun wir etwas dafür, dieses endgültig zu erreichen. Das was sich ein Mensch wünscht ist nicht zwangsläufig das, was er auch wirklich braucht. Und somit umschlang unsere bloße existenz uns mit einem Schleier der Unwissentheit, der Dummheit und der Ironie. Eine eigene Welt mit eigenen Regeln. Undurchdringbar, unnahbar. 

Und wir akzeptierten,

dankbar und voll Freude

für unser totes Geschenk.

 

Der Spiegel und der Mensch - von Wahnsinn und Irrtum

by Tristan Rühl

 

Auf der Reise meiner Gedanken kam ich irgendwann mal bei dem Gedanken an einem Spiegel an und blieb hängen. Nun, wie der Dichter Yoshida Kenko einmal sagte, existiert der Gedanke, "dass alle Dinge unser Herz bewegen könne, wenn nur die richtige Stunde für sie gekommen ist."  Natürlich kann man diesen Gedanken unterstützen, denn wer erfreut sich an den wunderschönen Anblick des Sonnenuntergangs, wenn gerade ein geliebter Mensch gestorben ist, oder wer hat Interesse an einer bewegenden Grabesrede wenn gerade eine Hochzeit stattfand. Ganz in diesem Sinne kann man nun natürlich versuchen, diese Aussage zu widerlegen, indem man sich Zeit nimmt, in der unendlichen Weite der Gedanken Dinge zu finden, die das Herz in jeder möglichen Situation berühren. Wollen wir uns nicht mit Haarspalterei aufhalten, sondern mal versuchen solche "Freudengegenstände", existent natürlich nur für uns nachsinnenden, zu finden. Nun, genau da kommt der Anfangs erwähnte Spiegel in den Sinn. Nehmen wir einmal an, ein Herzzerreißendes schlimmes Ereignis oder ein herzerfüllendes schönes Ereignis hat uns heimgesucht. Und jetzt, da sich dieser Tag dem Ende zuneigt kommen wir, meinetwegen auch in unserer Wohnung, an einem Spiegel vorbei. Eigentlich haben wir den Drang dieses nicht unbekannte oder ungewöhnliche Utensil zu ignorieren und weiter unseres Weges zu gehen, doch halt! Irgendetwas zieht uns zu unserem Spiegelbild. Natürlich ist uns unsere Äußerliche Erscheinung nicht gänzlich Unbekannt, doch irgendetwas hoffen wir doch zu sehen, wenn wir uns einem Spiegel zuwenden, oder nicht?

Nun gut, seis drum. Jedenfalls stehen wir vor diesem Spiegel wobei die Größe desselben eigentlich gänzlich irrelevant ist. Immerhin bleibt das Bild, dass sich uns bietet gänzlich dasselbe, unabhängig von Spiegelgröße oder -form. Nun ja, es sei denn, wir sprechen von einem Zerrspiegel, so wie sie auf Gauklerplätzen zu finden sind, aber das ist ein anderes Thema. Nun ja, wir schweifen ab.

 

Jedenfalls stehen wir vor diesem Spiegel und wer hätte es gedacht- uns grinst jemand entgegen, der überraschende Ähnlichkeit mit uns selbst hat. Das könnte vielleicht daran liegen, dass das dort vor uns unser Spiegelbild ist, doch das liegt, hoffe ich jedenfalls, nicht in dem breiten Spektrum des Mysteriums oder des uns gänzlich Unbekannten.

Weiter im Text. Jetzt da wir uns im Spiegel betrachten fallen uns, bei genauerer Betrachtung kleinere Makel auf, die wir natürlich, so liegt es in der Natur des Menschen, sofort versuchen auszumerzen. Hier ist es uns möglich unserem Spiegelbild zu trauen oder uns zu fragen, ob dieser Makel vielleicht doch nur Einbildung oder gar sogar kein Makel im imperfekten Sinne ist. Schwierig beschrieben, doch bei dieser Sichtweise ist es einfach eine Parallele zum Zwischenmenschlichen Kommunikationsverhalten zu ziehen. Nehmen wir einmal an, wir treffen auf jemand "Unbekannten". Dieser Gegenüber ist an uns interessiert und verwickelt uns in ein Gespräch. Nun, lassen wir jetzt doch einmal den Akustischen Aspekt weg und konzentrieren wir uns auf die "Spiegelebene".

Hierbei ist der Optische Aspekt gemeint und sollte für diesen Moment das einzige Objekt unserer zielgerichteten Konzentration sein.

Unser gegenüber versucht sich nun ein Bild von uns als "Mensch" zu schaffen, das bedeutet, er nimmt den ersten bestehenden Eindruck von uns auf, und verwendet diesen um sich ein Urteil, natürlich nur bestehend für ihn selbst, zu schaffen, was wir wohl für ein Mensch sind. Hierbei, ohne den Akustischen Aspekt des Gesprächs, ist für diesen Gegenüber selbstverständlich nur unserer Optischer Reiz von Bedeutung, jedenfalls liegt es in der Natur des Menschen erst einmal, salopp ausgedrückt, "das Objekt der Begierde" nach dem Optischen Aspekt zu bewerten.

Meist nimmt der eben genannte, natürlich in diesem Fall als fiktiv oder rein erfunden zu betrachtene Gegenüber, diesen bereits zu genüge genannten Optischen Reiz auf und handelt nach dem Prinzip der Analyse um sich eine Art unbewusste Bewertung zu erstellen. Da kommt wieder das Spiegel Prinzip ins Spiel. Ohne den Akustischen Informationsaustausch kann doch ein gerechtfertigtes oder gerechtes Urteil unmöglich sein, oder? Nun, das führt uns dann zu der Frage, weshalb Menschen, oder benutzen wir doch lieber den Ausdruck "Menschheit", also weshalb die Menschheit, die doch so nach Perfektionismus strebt, Menschen und Unbekannte Gesichter nach diesem Prinzip zu beurteilen scheint.

Ist so ein Urteil nicht weit von Perfektionismus entfernt?

Wenn Menschen ihre Artgenossen also völlig falsch aufgrund von Fehleinschätzungen, oder wie es manch andere nennen, aufgrund ihrer "Lebenserfahrung" einzuschätzen scheinen, wie kommen wir dann auf den Gedanken, wir würden Menschen überhaupt einschätzen können? Nun, manch einer würde jetzt wahrscheinlich sagen, "weil ich selbst einer bin!", oder vielleicht "Weil ich nicht doof bin!".

Werter Leser, ganz gleich welche Argumente dir entfallen um das eben gelesene zu widerlegen, würdest du sagen Menschen die dich gesehen haben und mit denen du kein Wort gewechselt hast, wissen wer du wirklich bist?

Wenn du diese Frage mit gutem Gewissen mit einem "JA" abtun kannst, solltest du dich fragen, was der Begriff "Privat" deiner Meinung nach für eine Bedeutung hat, denn bei diesem Sachverhalt ist ja jedem dein Privatleben auf einem Blick ersichtlich wie bei einem Tagebuch…… 

 

 

 

Träumer und Realisten- von der Akzeptanz des Untergangs und dem Kompromiss mit der Realität

by Tristan Rühl

 

 

Es gibt zwei Arten von Menschen:                                  Träumer und Realisten

 

Zwischen beiden besteht ein Unterschied:

Träumer glauben, ihre Träume wären zu schaffen.

Träumer verkörpern zusammen die letzte positive Instanz der Welt, da sie positive Gedanken, Wünsche und Hoffnungen in sich bündeln. Doch jede gute Sache besitzt auch einen Gegensatz.

Auf der anderen Seite stehen die Realisten.

Diese Gruppe Menschen zeichnet sich durch gelebten Pessimismus aus. Ihr Charakter ist gänzlich mit ihrer Sichtweise verschmolzen und trotz schönen und belebenden Ereignissen bleiben Realisten wie sie sind. Realisten sind die Gruppe Menschen, die es gibt, um einen Bezug zur Realität zu wahren. Die Realität ist zwar selten erfreulich, doch Realismus ist die Kunst des Akzeptierens und nicht der Wunsch, Dinge zu ändern.

Realisten akzeptieren es, dass Glück und Liebe rar geworden sind und dass Träume nutzlos sind.

Man könnte hier doch einwenden, dass Träumer auch Träume in die Tat umsetzen, ihren Traum zu dem machen, was er psychisch schon war. Aber wissen sie, fragen sie einmal einen Träumer, der das geschafft hat, ob sein Leben wirklich eine exakte Kopie seines Traumes ist. Es ging nie darum, ob jemand davon Träumt, einen eigenen Konzern zu gründen, oder das Geschäft seines Lebens zu machen. Es geht um Beständigkeit. Realisten sehen solche Projekte früher oder später zerstört im Dreck liegen und sehen ein, dass ein Traum noch so Großartig sein kann, doch so lang die Zeit existiert, wird ein Traum nach dem anderen sterben. Das zu sehen und zu akzeptieren, ist das, was den Realismus formt.

Jeder Traum und jede Realität hat ein Ende. Träumer überfällt das Ende ihrer eigenen Welt meist plötzlich, doch Realisten sehen das Ende und hören auf, gegen etwas anzukämpfen, was sich nicht vermeiden lässt.

Ein Traum ist auch nur so lange schön wie er dauert.

Es wäre noch zu erwähnen, dass man noch einwenden könnte, dass es doch bestimmt ganz wenige Menschen gibt, die Träumen und trotzdem den Realismus Leben. Eine Aussage die Plausibel klingt, jedoch einen Fehler aufweist:

Träumer träumen. Träumer können ein Ende nicht erfassen, da ein Horizont, der im Traum geschaffen wurde, keine Grenzen hat. Träumer träumen immer weiter und genau das ist der Fakt, der letzten Endes Träumer klassifiziert. Jeder Traum, der weiter geträumt wird, muss sich früher oder später der Realität entsagen, denn sonst wäre der Traum von kurzer Dauer. Kein Träumer würde sich mit mühe einen Traum erschaffen, um seine Zerstörung vorauszusetzen.

Während all dieser wirklichkeitsfernen Situation verbringen Realisten die Zeit damit, zu sehen, was die Welt ist und was sie zu Grunde richten wird. Realisten sind Menschen, die sich jeden Morgen, wenn sie in einem neuen Tag voll Tod und Hoffnungslosigkeit aufwachen, fragen, welchen Sinn es für sie ergibt zu Leben. Es ist natürlich nicht möglich, diese Aussage jetzt auf alle lebenden Realisten zu beziehen, aber aufgemerkt! Ich vertrete hier lediglich eine erfahrungsgestützte Theorie.

 

Nach all diesen Erklärungen mag man vielleicht einwenden, dass das alles seine Richtigkeit hat, es aber dennoch besser wäre, ab und träumen zu können, anstatt dass das Ende immer allgegenwärtig ist. Doch es ist nicht die Aufgabe eines Realisten zu entscheiden, ob es nicht besser wäre, einmal zu Träumen oder sich nach etwas besseren zu sehnen. Einem Realisten ist auch bewusst, dass Träume zu Wünschen führen, Wünsche zu Erwartungen und Erwartungen zu Enttäuschungen. Mit Enttäuschungen kommen Narben, deren Pein niemals nachlässt, einher.

Realisten sind nur Realisten, wenn sie akzeptieren was sie sind. Das ist der erste Schritt zum Realismus. Menschen die glauben, sie könnten Träumer und Realismus vereinen, sind nicht ehrlich zu sich selbst. Ganz im inneren ist es einem nämlich immer klar, dass nichts auf dieser Welt jemals vollkommenes Glück bedeuten kann, solang die Zeit ungehindert an uns vorbeizieht.

 
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